Juni 2004
Ohne dies großartig zu publizieren, hat das Label Divox seine erste DVD-Audio im 2+2+2-Format herausgebracht. Der Titel mit Flötenkonzerten von Antonio Vivaldi enthält neben der DVD eine beigepackte CD-Version der selben Aufnahme. Divox ist damit nach System-Entwickler Dabringhaus & Grimm (MDG) das zweite Label, das sich dem dreidimensionalen Surround-System anschließt. Auf der von Divox-Chef Wolfram M. Burgert betreuten Webseite 2plus2plus2.info fehlt zu dem helvetischen Erstling freilich noch jeder Hinweis. Erhältlich ist die Aufnahme beispielsweise über jpc.
Das DVD-Forum hat offenbar dem DualDisc-Format seinen Segen erteilt, nachdem die probeweise Vermarktung der DualDisc in zwei amerikanischen Testmärkten erfolgreich verlaufen ist. Dies meldet die britische Website HighFidelityReview.com.
Die DualDisc ist ein doppelseitiges Medium, das auf der einen Seite einen DVD-Inhalt aufweist, auf der anderen hingegen von CD-Spielern abgespielt werden kann. Von dieser Kombination erhoffen sich einige Marktbegleiter einen Ansatz, mit dem die DVD-Audio der SACD Paroli bieten kann. In jedem Falle darf man gespannt sein, ob nach der Freigabe von DualDisc nun die lange erhoffte Veröffentlichungswelle bei der DVD-Audio einsetzen wird.
Interessante Einblicke in die Arbeitsweisen der »Musikindustrie« gibt ein (englischsprachiger) Bericht über die DVD-Audio-Produktion des aktuellen Albums »In the Zone« von Pop-Sternchen Britney Spears. Der für den Surround-Mix verantwortliche Toningenieur gibt in dem Artikel offen zu, daß das Quellmaterial für die Produktion lediglich im CD-Standard, d.h. mit einer Abtastrate (Sampling-Frequenz) von 44,1 kHz vorgelegen habe. Einzelne Teile waren gar nur mit 16 bit Auflösung aufgenommen. Zur Veröffentlichung auf DVD-Audio wurde das ganze dann flugs auf 88,1 kHz hochgerechnet so kommt man ruck-zuck zu einer »High Resolution«-Aufnahme. Deutsche Britney-Spears-Fans müssen sich übrigens noch etwas gedulden oder zum Mittel des Direktimportes greifen, denn die DVD-Audio ist hierzulande noch nicht veröffentlicht.
Immer noch recht ruhig ist es an der Veröffentlichungs-Front. Unter den Neuerscheinungen der letzten Wochen ragt insbesondere das Album »Seal IV« heraus, mit dem Warner tatsächlich einmal halbwegs aktuelles (und dennoch erträgliches) Pop-Material auf den Markt bringt. Leider ist dieser Titel, wie einige andere aus neuerer Fertigung auch, von den bekannten Kompatibilitätsproblemen mit dem populären DVD-Audio-Player DV565A von Pioneer betroffen.
Daß der letzte angekündigte Erscheinungstermin des Jackson-Browne-Albums »Running on Empty« erneut ergebnislos verstrichen ist, bedarf inzwischen schon fast keiner Erwähnung mehr. jpc hat den Titel inzwischen komplett gestrichen, amazon.de träumt weiter, daß die DVD-Audio-Fassung dieses schon legendären Live-Albums in »4 bis 6 Wochen« lieferbar sein werde.
Fortsetzung der Wavelab-Story: diversen Beiträgen im Wavelab-Forum zufolge hat Software-Entwickler Philippe Goutier zwischenzeitlich die beiden meist beklagten »Macken« des neuen DVD-Audio-Authoringprogrammes im Griff. Wie berichtet, bereitet Wavelab 5 derzeit Schwierigkeiten beim Import (»Rippen«) von DVD-Audios; Besitzer etlicher DVD-Audio-Spieler monierten außerdem die fehlerhafte Darstellung von Bildschirmenüs. Ein offizieller Patch für diese beiden Bugs ist allerdings erst für Anfang Juli in Aussicht gestellt.
Der amerikanische Software-Hersteller Minnetonka Audio liefert ab sofort die Version 2 seines professionellen DVD-Audio-Authoringprogramms discWelder Chrome aus. Das bereits für Januar 2004 versprochene Produkt soll sich durch zahlreiche Neuerungen gegenüber der Vorversion, speziell im Bereich DVD-Bildschirmmenüs, auszeichnen. Das Produkt kostet nun stolze 3000 US-Dollar, ein Update von der Vorversion schlägt mit immerhin 500 Dollar zu Buche. Immerhin ist im Preis bereits ein Dolby-Digital-Encoder enthalten, der für die Erstellung DVD-Video-kompatibler Tonspuren verwendet werden kann.
Für weniger Betuchte gibt es bei Minntonka zwei weitere Varianten von discWelder, die sich durch einen deutlich reduzierten Funktionsumfang auszeichnen.
Die deutsche Denon-Vertretung hat zwischenzeitlich die Kompatibilitätsprobleme zwischen dem Player DVD-A11 und diversen Klassik-Titeln von Universal Music bestätigt. Nun wird seitens der japanischen Entwicklungs-Abteilung geprüft, ob die Universal-Discs dem DVD-Audio-Standard entsprechen. Für diesen Fall wird es ein Firmware-Update des Players geben, das jeder Besitzer selbst (durch Einlegen einer CD-ROM) installieren kann.
Wavelab 5, Funktionstest Teil 2: nach dem ersten, durchaus positiv verlaufenen Versuch mit dem neuen DVD-Audio-Brennprogramm war nun ein weiterer Test fällig, der auch einmal die Video-/Menüfunktionen der Software unter die Lupe nehmen sollte (Resultate hier). Hier sehen die Ergebnisse für den DVD-Audio-Erstling aus Hamburg nun leider nicht mehr so gut aus. Etliche DVD-Audio-Player haben Schwierigkeiten, das erzeugte Titel-Menü richtig anzuzeigen. Das Fehlerspektrum reicht dabei von "überhaupt keine Funktion" (Pioneer DV747) über "Anzeige zwar vorhanden, aber fehlerhaft" (Panasonic RA71) bis zu "korrekte Darstellung" (Denon DVD-A11). Diesbezügliche Klagen häufen sich auch in Steinbergs Wavelab-Forum, hier berichten speziell Besitzer des offenbar äußerst weit verbreiteten Pioneer-Players DV565 über Probleme mit der Bilddarstellung. Im ungünstigsten Falle bleibt dieser Spieler sogar nach dem Einlegen der Disc hängen und verweigert die Wiedergabe.
Einen Mitarbeiter des Herstellers veranlaßten diese Berichte zu der launigen Bemerkung, man möge doch vorerst auf DVD-RW-Platten brennen . . .
Ärger bereitet offensichtlich auch noch die Funktion zur Rippen, sprich Einlesen von DVD-Audio-Inhalten in den PC.
Mai 2004
Die Firma Steinberg liefert derzeit die ersten Exemplare ihrer neuen Audio-Editor-Software Wavelab 5 aus. Das mit Spannung erwartete Produkt integriert erstmals in einem auch für private Anwender erschwinglichen Paket Schnitt und Nachbearbeitung von Audio-Dateien, sowie die Erstellung von CDs und DVD-Audio (!). Als Hardware-Basis wird ein Windows-PC benötigt.
Ein erster Test bei M7 RECORDS hat ergeben, daß der in Hamburg ansässige Hersteller offenbar seine Hausaufgaben gemacht hat. Wiedergabeversuche mit einer auf die Schnelle erstellten DVD-Audio ergaben allseitige Kompatibilität mit Spielern von Pioneer (DV-747A), Panasonic (DVD-RA71 und CQ-DVR909) und Denon (DVD-A11) weitere Tests werden folgen. Besonderen Augenmerk legten wir dabei auf Fehlersituationen, die dem Mitbewerber discWelder früher zu schaffen gemacht hatten. Erfreulich ist insbesondere, daß es keine Probleme mit lückenlos aneinandergereihten Tracks gibt, und auch das bekannte Pioneer-Problem (keine Wiedergabe bei DVDs mit mehr als 30 Tracks in einer Gruppe) nicht auftritt.
Mit rund fünf Monaten Verspätung meldet die Schweizer Website DVDupgrades ihre S/P-DIF-Ausgangskarte für DVD-Audio-/SACD-Kombiplayer als lieferbar. Diese Zusatzschaltung, die (derzeit nur in Pioneer-) Kombiplayer eingebaut werden kann, erlaubt die Ausgabe des decodierten Digitalsignals zur Weitergabe an externe Wandler, digitale Lautsprecherboxen und ähnliche Geräte. Besonderer Clou ist, daß selbst der SACD-Bitstream in ein PCM-Digitalsignal mit 88,2 oder 176,4 kHz Abtastrate umgewandelt wird; nach Angaben des Herstellers steckt in dieser Funktionalität ein Großteil des Entwicklungsaufwandes. Leider hat dieses technologische Kabinettsstückchen seinen Preis: zu den rund 700 Euro für die Platine allein kommen nochmals runde 350 für den Einbau.
Preisknüller bei Pioneer: der neue SACD-/DVD-Audio-Kombiplayer DV-575A, den der Hersteller auf der High End 2004 in München vorstellte, wird zu einem Listenpreis von weniger als 200 Euro angeboten. Das Gerät bietet umfassende Wiedergabemöglichkeiten, für Video-Fans ist die Unterstützung des DivX-Formates interessant. Auf der Pioneer-Website sucht man die Neuheit derzeit allerdings noch vergebens.
Einen neuen DVD-Audio-Player hat JVC auf dem deutschen Markt vorgestellt: das Modell XV-N512 wird rund 230 Euro kosten und bietet DVD-Audio-Wiedergabe im Surround-Format. Im Videobereich wird die PAL-Progressive-Wiedergabe unterstützt. Auf der JVC-Website finden sich derzeit leider noch keinerlei Informationen zu dem Gerät.
Die New-Wave-Band Talking Heads bereitet derzeit zwei ihrer Alben, nämlich Remain In Light (1980) und Speaking In Tongues (1983) zur Veröffentlichung auf DVD-Audio vor. Entsprechende Gerüchte bestätigt der frühere Schlagzeuger der Band, Chris Frantz, in einem Internet-Chat der amerikanischen Tageszeitung The Washington Post.
Der Versender jpc hat die Preise der neuen DVD-Audio-Titel aus dem Hause Bertelsmann (BMG) gesenkt; sie liegen nunmehr mit knapp unter 20 Euro auf dem für Pop-Titel üblichen Niveau. Als Erscheinungstermin wird, wie bereits gemeldet, die letzte Mai-Woche genannt.
Von Problemen mit der Wiedergabe neuerer DVD-Audio-Titel ist offenbar nicht nur der Pioneer-Billigplayer DV-563/565 betrofffen; auch das von der Presse hochgelobte Denon-Flaggschiff DVD-A11 ist scheinbar Opfer einer ärgerlichen Panne geworden. Betroffen sind, soweit bislang feststellbar, vorwiegend die in den USA herausgegebenen Titel der Universal Music Group und zwar speziell solche, die in den (zur UMG gehörenden) Emil Berliner Studios im niedersächsischen Hannover gemastert wurden. Das dort verwendete DVD-Audio-Authoringprogramm CubeDVD-A des deutschen Herstellers CubeTec produziert offenbar Discs, die der Denon-Player nicht wiedergeben kann. CubeDVD-A wurde übrigens in Zusammenarbeit mit der japanischen Firma Nippon Columbia entwickelt.
Ein weiterer Anbieter von professioneller PC-Audio-Software bekennt sich zur DVD-Audio: der deutsche Hersteller Magix hat angekündigt, in der neuen Version 8 seiner Digital-Audio-Workstation-Lösung Sequoia Funktionen zum direkten Erstellen von DVD-Audios zu integrieren. Auf der Magix-Website finden sich derzeit noch keine Details; somit ist auch nicht klar, ob Magix sich an die Neuentwicklung entsprechender Software-Komponenten gewagt hat, oder ob man die DVD-Audio-Software von einem anderen Hersteller zukauft. Sequoia ist ein auf Surround-Sound und den hochpräzisen Schnitt von Musikaufnahmen spezialisierter Ableger des bekannten Samplitude-Systems und bei zahlreichen namhaften Studios im Einsatz; der professionelle Anspruch des Produktes erweist sich auch im Kaufpreis von knapp 3.000 €.
Steinberg hat auf Anfrage folgendes Statement zur Lieferbarkeit von Wavelab 5 abgegeben: das Produkt ist demnach in deutscher Sprache ab Ende Mai lieferbar. Ein Update von der Vorversion kostet während der ersten 90 Tage 149, später dann 199 €. Wie mehrfach gemeldet, wird mit diesem Programm erstmals eine integrierte Lösung für Mastering und Erstellung von DVD-Audio angeboten.
Messetermin für DVD-Audio-Fans und solche, die es werden möchten: im Rahmen der High End 2004, die vom 20. bis 23. Mai im Münchener M,O,C, stattfindet, gibt es auch wieder Vorführungen des neuen Mediums. Besonders aktiv sind die Vertreter des 2+2+2-Lagers: die Schweizer 2+2+2 Marketing AG hat einen eigenen Messestand, während am Stand der Firma Denon Werner Dabringhaus persönlich das dreidimensionale Wiedergabeverfahren präsentieren wird.
Werke des norwegischen Komponisten Edvard Grieg finden sich auf der neuesten DVD-Audio-Veröffentlichung von Naxos. Neben dem Klavierkonzert op. 16 sind die Symphonischen Tänze, op .64, in einer Interpretation mit dem Scottish National Orchestra zu hören.
Die Computer-Fachzeitschrift c't stellt in ihrer neuesten Ausgabe (10/04 vom 3. Mai) das Programm Wavelab 5 der Firma Steinberg vor. Die neue Programmversion bietet erstmals unter einem Dach Funktionen zur Bearbeitung von Audiodaten, sowie Erstellung von CDs und (als eigentliche Novität) von DVD-Audio. Fazit des Berichtes zu letztgenannter Funktion: »Das Killer-Feature DVD-Audio-Authoring [...] könnte die Diskussion um DVD-Audio oder SACD schnell per basisdemokratischem User-Entscheid beenden.« Ansonsten bemängelt der Test die traditionell unübersichtliche, da aus prinzipiell autarken Modulen aufgebaute Struktur des Programmes. Hier sei aber Abhilfe in Aussicht. Lieferbar ist Wavelab 5 bis heute (7.5.) übrigens immer noch nicht, obwohl der Hersteller bereits am 19.4. mit der Belieferung des Fachhandels beginnen wollte.
Offenbar gelöst hat der japanische Hersteller Pioneer die Kompatibilitätsprobleme seines DVD-Audio-Spielers DV-563A. Wie berichtet, hatte das Gerät Schwierigkeiten bei der Wiedergabe einiger DVD-Audio-Titel aus neuester Produktion. Wie einige Anwender berichten, muß der nur in Nordamerika vertriebene Kombiplayer dort an eine autorisierte Werkstätte eingeschickt werden; die ursprünglich erwartete Lösung (Software-Update durch Einlegen einer speziellen CD) war wohl nicht möglich. Inwieweit auch für das ebenfalls von dem Fehler betroffene Europa-Modell DV-565A bereits eine Fehlerbehebung parat liegt, ist derzeit nicht bekannt.
April 2004
Der deutsche Versender jpc meldet für Ende Mai die ersten der in den USA bereits im vergangenen Jahr veröffentlichten DVD-Audios aus dem Hause BMG als lieferbar. Unter den BMG-Erstlingen sind Aufnahmen von Luther Vandross, Rod Stewart, Outkast, Alicia Keys, Carlos Santana und anderen. Die Preise sind mit knapp 22 Euro pro Disk leider nicht wirklich günstig hier sollte man in Gütersloh vielleicht nochmal über die Bücher gehen.
Mal wieder einen neuen Liefertermin gibt es für Jackson Brownes »Running on Empty«. Der Titel, um den sich seit über zwei Jahren eine längst nicht mehr witzige Terminverschiebungs-Posse abspielt, soll laut dem britischen DVD-Audio-Versender loaded247 nun am 25. Mai 2004 herauskommen. Was die Zuverlässigkeit dieser Angabe betrifft, wird wohl niemand mehr eine Prognose wagen das Theater um den über 25 Jahre alten Titel, für den zuletzt im Monatstakt neue Erscheinungsdaten angekündigt wurden, ist für den herausgebenden Warner-Konzern inzwischen schon mehr als nur peinlich.
Eine weitere DVD-Audio aus der Produktion des Karlsruher Zentrums für Kunst- und Medientechnologie (ZKM) hat Wergo in sein Programm aufgenommen. Der schlichte Titel der Produktion lautet "Surround Music". Zitat aus dem Infotext: "Auf dieser DVD kommen drei verschiedene musikalische Richtungen zum Klingen, die Surround Sound nicht als Effekt für herumfliegende Raketen, sondern aus musikalischen Gründen nutzen". Mit anderen Worten: es werden Aufnahmen diverser Protagonisten avantgardistischer Musik und mit "einigen der besten Electronica-Musikern der Szene" präsentiert. Die DVD-Audio kann, wie schon die erste Wergo/ZKM-Produktion mit Kompositionen von Ludger Brümmer, direkt über den Webshop von Wergo bezogen werden. Wer nicht lange auf der Website suchen will: einfach als Suchbegriff in der Produktsuche "DVD" eingeben.
Erneut sehr aktiv sind die diversen Labels, die für den japanischen Inlandsmarkt neue DVD-Audio-Titel produzieren. Auf der japanischen DVD-Audio-Website können wir Europäer zwar leider nur die bunten Abbildungen der Booklet-Cover bewundern erstaunen muß aber auch die Zahl der Neuerscheinungen, die Labels wie Pioneer, JVC Victor oder Avex im kommenden Monat auf den Markt bringen wollen. Der Zugriff aus Europa auf solche Titel bleibt schwierig; der deutsche Tonträger-Versandhandel hat sich leider weitgehend aus dem Segment der Direktimporte zurückgezogen, und beim Direktbezug von Einzelexemplaren schrecken nicht nur die oft ausschließlich japanisch-sprachigen Informationen, sondern auch die saftigen Versandkosten. Hallo Jungunternehmer und Ich-AGs: hier lauert eine Geschäftsidee darauf, (wieder-) entdeckt zu werden !
Von Naxos sind zwei neue DVD-Audio-Titel lieferbar: zum einen der bereits im vergangenen Monat angekündigte Opernquerschnitt von Mozarts "Hochzeit des Figaro", zum anderen (ebenfalls als Querschnitt) die Balettmusik "Schwanensee" von Peter I. Tschaikowskij.
Der Universal-Player DV565A von Pioneer, der neben der DVD-Audio auch SACDs abspielt, wird momentan bei etlichen Versendern weit unter dem Listenpreis von 379 Euro angeboten. In einzelnen Fällen liegt der Angebotspreis bei weniger als 200 Euro.
Das amerkanische DVD-Audio-Council gibt erneut einen Ausblick auf die DVD-Audio-Veröffentlichungen der kommenden Wochen und Monate bekannt. In diesem Tagen bereits bringt Universal zwei Klassiker, nämlich Elton Johns Goodbye Yellow Brick Road sowie Tommy von The Who auf den Markt. Zomba/BMG ist im Mai u. a. mit einem Titel von Pop-Sternchen Britney Spears ("In The Zone") dabei; deutlich seriöser wird es im Juni, wenn Warner die neue Scheibe von Eric Clapton ("Me and Mr Johnson") auf DVD-Audio herausbringt. Ebenfalls für Juni ist nunmehr der Police-Sampler "Every Breath You Take" avisiert. Das US-Label Silverline setzt seine Politik massenhafter Veröffentlichungen älteren Analog-Materials fort darunter sind auch die schon zu Jahresanfang versprochenen Aufnahmen aus dem alten Vanguard-Katalog. Alle Angaben beziehen sich auf den amerikanischen Markt, Universal und BMG sind bislang in Europa nicht mit DVD-Audio-Produktionen präsent. Die vollständige Liste der angekündigten Titel findet sich hier.
Überraschende Ergebnisse liefert eine Studie, welche die amerikanische Industrievereinigung RIAA durchführte. Wie die Website www.highfidelityreview.com meldet, ist der Marktanteil der DVD-Audio mit 2,7% fünfmal höher als der der SACD, der im Jahr 2003 bei nur 0,5% lag. Da die Zahlen der Studie auf Konsumentenbefragungen beruhen, bestätigen sie eine schon länger bestehende Vermutung: nämlich, daß ein großer Teil der Käufer von Hybrid-SACDs das gekaufte Produkt gar nicht als technischen Fortschritt wahrnimmt, sondern sie schlicht für eine gewöhnliche CD hält.
Nach Peregrina Music meldet nun ein weiteres, dem renommierten Tonstudio Bauer aus Ludwigsburg zuzuordnendes Label seine erste DVD-Audio-Veröffentlichung: bei Animato erscheint dieser Tage der Titel Diapason des Künstlers Christoph Haas; der Versender jpc ordnet die Neuerscheinung der Kategorie "Kammermusik für Schlagzeug" zu. Detaillierte Informationen zu dem Titel finden sich hier.
Das zum Warner-Konzern gehörende Label Rhino hat in den USA drei DVD-Audio-Fassungen älterer Alben von Neil Young vorgestellt. Es handelt sich um "On The Beach" (1974), "American Stars 'n Bars" (1977) und "Hawks and Doves" (1980). Alle drei Titel sind leider nur Stereo-Überspielungen, dafür allerdings in hoher Auflösung mit 176,4 kHz Abtastrate. In Europa sind die Aufnahmen augenblicklich noch nicht lieferbar; anzumerken ist außerdem, daß alle drei DVDs von dem Kompatibilitätsproblem mit dem Pioneer-Spieler DV 563a betroffen sind (siehe Meldung unten); hier zeichnet sich inzwischen ab, daß die in Deutschland verkaufte Typenvariante DV565 wohl ebenfalls Probleme mit der Wiedergabe bestimmter Audio-DVDs neuester Produktion hat. Genaues ist aber momentan noch nicht bekannt.
Mit dem Modell DV79 stellt die britische Edel-HiFi-Schmiede ARCAM einen neuen DVD-Audio-Player vor. Das elegante Gerät, das auf dem deutschen Markt wohl der 1500-Euro-Preisklasse angehören dürfte, verfügt neben den gängigen Wiedergabemöglichkeiten erstmals auch über einen Dolby-ProLogic-II-Decoder. Im Videobereich fällt das Vorhandensein eines HDMI-Ausganges auf.
Der amerikanische Software-Hersteller Minnetonka Audio führt ab sofort das schon länger angekündigte DVD-Audio-Authoringprogramm discWelder Bronze in seinem Webshop. Es handelt sich dabei um eine kräftig abgespeckte Version der bereits verfügbaren discWelder-Varianten "Steel" und "Chrome" ob man mit den Einschränkungen des Funktionsumfanges leben kann, sollte man vor dem Kauf sorgfältig prüfen. Interessant ist in jedem Falle der Preis, der mit 99 US-Dollar vergleichsweise sehr niedrig ist: er markiert den mit Abstand günstigsten Einstieg in das DVD-Audio-Authoring.
Bereits vor ihrem Abschluß hat sie für erhebliches Aufsehen in Fachkreisen gesorgt: die Diplomarbeit der beiden Tonmeister-Studenten Dominik Blech und Min-Chi Yang. Unter dem trocken-akademischen Titel »Untersuchung zur auditiven Differenzierbarkeit digitaler Aufzeichnungsverfahren« nahmen sich die beiden an der Musikhochschule Detmold eines absoluten Reizthemas an: dem Hörvergleich zwischen dem Aufzeichnungsverfahren der SACD (»Direct Stream Digital«) und dem der DVD-Audio (High Resolution PCM). Das Fazit der Autoren war (wie bereits im vergangenen Jahr gemeldet), daß sich »keines der getesteten Systeme durch klangliche Eigenschaften hervorhebt«. Inzwischen ist das brisante Dokument im Internet verfügbar, und zwar hier. Betreut wurde die Arbeit übrigens von Prof. Rainer Maillard, der im »Zivilberuf« Tonmeister bei den Emil Berliner Studios der Deutschen Grammophon-Gesellschaft ist.
Weitere Informationen gibt es zu der von Steinberg angekündigten PC-Software Wavelab 5 (siehe untenstehende Meldung), die über umfassende Funktionen zur Erstellung von DVD-Audios verfügt. In einem weiteren Beitrag im Wavelab-Forum führt der in Hamburg ansässige Hersteller eine Feature-Liste auf, die den Mitbewerbern egal welcher Preisklasse erhebliche Kopfschmerzen bereiten dürfte. Einziges Manko ist sicherlich das Fehlen des MLP-Systems, ansonsten ist die Funktionalität des Programms wirklich mehr als komplett. Ebenfalls kursiert im Web ein für Journalisten bestimmter Review Guide, in dem die Eigenschaften von Wavelab 5 detailliert beschrieben sind und auch mit den Konkurrenten (insbesondere discWelder) verglichen werden.
Einigen Aufruhr gibt es derzeit in diversen Internet-Foren; es geht dabei um Probleme, die der (hierzulande nicht vertriebene) Pioneer-Kombispieler DV-563A mit der Wiedergabe von DVD-Audio-Titeln neuester Produktion hat. Ein anonymer Mitarbeiter von Universal Music berichtet, die Probleme träten mit DVD-Audios auf, die mit der aktuellen Version der Authoring-Software von Sonic Solutions erstellt worden seien. Pioneer arbeite bereits an einem Firmware-Update, das nach Fertigstellung per CD-ROM an die Kunden verteilt und so von diesen selbst installiert werden könnte. Andere Pioneer-Player sind dem Vernehmen nach von dem Problem nicht betroffen.
Mit einer handfesten Überraschung wartet das Hamburger Musik-Softwarehaus Steinberg anläßlich der Frankfurter Musikmesse auf: wie das Unternehmen in einer (leider nur englischsprachigen) Presse-Information mitteilt, wird die Version 5 des bekannten Audio-Editors WaveLab über komplette DVD-Audio-Authoring-Funktionen verfügen. Gleichzeitig wird das bisher reine Stereo-Programm auf Surround erweitert. Nach einer Mitteilung im Wavelab-Forum wird das neue Produkt bereits ab 19. April erhältlich sein und 699 € kosten.
März 2004
Und noch eine DVD-Audio von Naxos: eingespielt wurden die Klavierkonzerte 1 und 3 von Peter Tschaikowski, Solist der Aufnahme ist Konstantin Scherbakow, das Russian Philharmonic Orchestra wird geleitet von Dimitri Jablonski.
Die im vergangenen Monat angekündigte DVD-Audio mit den Symphonien 1 und 5 von Felix Mendelssohn Bartholdy ist, wie das Label Arts Music mitteilt, zwischenzeitlich lieferbar. Auf der Aufnahme spielt das Orquesta Sinfónica de Madrid unter Leitung von Peter Maag.
Unter dem Titel »This is DVD-Audio 2004« bietet das japanische Plattenlabel Nippon Columbia (Denon) ab 17. März eine aktualisierte Neufassung seiner Test- und Demonstrations-DVD-Audio an. Der Inhalt bietet Musikbeispiele und Testsignale in den unterschiedlichsten Auflösungen, die Beschreibung auf der Website liegt leider nur in japanischer Sprache vor.
In einem ausführlichen Artikel stellt die Studiotechnik-Fachzeitschrift Production Partner (3/2004) das deutsche DVD-Audio-Authoringsystem CubeDVD-A vor. Das Programm, das sich preislich in einer Liga mit dem professionellen discWelder Chrome des US-Herstellers Minnetonka Audio tummelt, läßt zwar die Nutzung aller im DVD-Audio-Standard vorgesehenen Möglichkeiten zu; allerdings verlangt diese Flexibilität dem Anwender ein erhebliches Know-How ab hinsichtlich Benutzerfreundlichkeit ist der amerikanische Wettbewerber den Deutschen offenbar weit voraus. Deutliches Plus von CubeDVD-A ist ein optional erhältliches Proof-Modul, das (direkt am PC) eine Vorschau auf die fertiggestellte DVD-Audio erlaubt, ohne diese zuerst auf DVD-R brennen zu müssen. Warum diese Option mehr als das Doppelte des eigentlichen Authoring-Programmes kostet, weiß wohl nur der Hersteller. Für den Gegenwert bekommt man jedenfalls etliche tausend DVD-Rohlinge...
Die erste DVD-Audio aus Dänemark meldet Lars Börme auf seiner Web-Site www.dvd-a.dk.Es handelt sich um das neue Album der Band Brimstone Butterfly mit dem Titel »Normality killed the cat«. Die Produktion soll Anfang April erscheinen, produziert wurde die DVD-Audio von den Kopenhagener Sun Studios.
An mehreren Stellen im Internet taucht derzeit eine Pressemitteilung des DVD-Audio Councils auf, in der stolz auf die Fortschritte bei der Vermarktung des Formats verwiesen wird: zwischenzeitlich seien 14 Millionen DVD-Audio-Spieler im Markt plaziert, hinzu kommen rund zwei Millionen PC-basierte DVD-Audio-Player. Dies sei deutlich mehr als bei den "konkurrierenden Formaten", sprich bei der SACD. Die Zahl der lieferbaren DVD-Audio-Titel betrage über 700. Für die Monate bis zum Sommer ist eine Reihe von Neuerscheinungnen zu erwarten. Warner macht primär durch die weitgehende Herausgabe des R.E.M.-Backkatalogs sowie zweier Frank-Sinatra-Titel auf sich aufmerksam. Silverline setzt auch weiterhin auf die Auswertung alten Analog-Repertoires. Auch EMI sagt mal wieder "Hallo" und kündigt für den Juli den Titel »Nick of Time« von Bonnie Raitt an. Dieser Titel war freilich schon einmal, nämlich für Anfang 2003, versprochen...
Schon wieder eine neue DVD-Audio von Naxos: angekündigt ist ein weiterer Opernquerschnitt, diesmal von Mozarts Hochzeit des Figaro.
Das Detmolder Klassik-Label MDG hat den Vertrieb gewechselt. Ab sofort ist das Programm bei Codæx erhältlich, die langjährige Vertriebszusammenarbeit mit Naxos wurde beendet.
Unser Label M7 RECORDS bietet seine erste DVD-Audio in einer befristeten Aktion bis Ende März versandkostenfrei an. Informationen zu dem Titel mit Orgelmusik, aufgenommen an der bedeutenden Jann-Orgel der Memminger Stadtpfarrkirche Sankt Josef, finden Sie hier. Bestellungen sind per eMail möglich (
).
Februar 2004
Die neue Version des professionellen DVD-Audio-Authoringprogrammes discWelder Chrome, wird voraussichtlich erst Ende März erhältlich sein. Dies teilte Hersteller Minnetonka Audio auf Anfrage mit. Ursprünglich war ein Termin Ende Januar geplant gewesen.
Über eine weitere Neuerscheinung aus dem Hause Dabringhaus + Grimm (MDG) berichtet die Website 2plus2plus2.info: demzufolge steht eine Veröffentlichung mit mehrchörigen Meisterwerken von Heinrich Schütz unter dem Titel »Musicalische Vesper« ins Haus.Interpreten sind der Kölner Kammerchor sowie das Collegium Cartusianum unter der Leitung von Peter Neumann. Einzelheiten zu der DVD-Audio finden sich hier.
Zwei DVD-Audio-Neuerscheinungen sind seitens des Labels Arts Music für Ende März avisiert: zum einen eine Aufnahme mit den Symphonien 1 und 5 von Felix Mendelssohn Bartholdy, zum anderen ein weiterer Beitrag zur symphonischen Diskographie von Dimitri Schostakowitsch, dessen Symphonien Nr. 5 und 6 in einer Live-Aufnahme veröffentlicht werden. Bei letzterem Komponisten kann man derzeit geradezu von einer Hochkonjunktur sprechen, kümmern sich doch innerhalb des recht mageren DVD-Audio-Kataloges nicht weniger als drei Labels (MDG, Naxos und Arts) um den 1975 verstorbenen Tonsetzer.
Während Warner Music in Europa die Klassik-Fans bezüglich DVD-Audio am ausgestreckten Arm verhungern läßt, setzt man in Japan auch 2004 eine(wenn auch bescheidene) Veröffentlichungsreihe mit lokalen Klassik-Größen fort. Für die nächsten Wochen sind zwei Aufnahmen mit Beethoven-Symphonien, sowie ein Titel mit Violine Solo angekündigt. Unter den bereits verfügbaren Aufnahmen mit Klassik aus Japan dürfte auch für europäische Ohren der eine oder andere von Interesse sein.
Von Tacet ist ein neuer DVD-Audio-Titel erhältlich, der mit dem »Karneval der Tiere« von Camille Saint-Saëns und Sergeij Prokofieffs »Peter und der Wolf« zwei Werke der Gattung Klassik für Kinder enthält. Die gesprochenen Texte zu beiden Werken sind auf der DVD-Audio in deutscher und englischer Sprache enthalten. Tacet betrachtet den Titel als Demonstrations-Disk für das hauseigene »Moving Real Surround Sound«-Verfahren. Wohl aus diesem Grunde wird es hierfür erstmals keine Parallelveröffentlichung auf CD mehr geben.
Happy End für eine unendliche Geschichte? In der Artikelübersicht des Medien-Versenders jpc taucht nunmehr die DVD-Audio mit dem lange angekündigten Jackson-Browne-Titel »Running on Empty« auf. Das Album, dessen Erscheinen von Warner Music seit mindestens zwei Jahren zahllose Male verschoben worden war, soll diesmal wirklich, und zwar ab dem 5. März lieferbar sein.
jpc meldet außerdem das neue Album von Startenor José Carreras, das unter dem Titel »Energia« ab dem 3. März verfügbar sein soll. Die Produktion wird zeitgleich als DVD-Audio, CD, SACD und DVD-Video erscheinen. Herausgeber ist das Label NewMusic, das damit gleichzeitig sein Debüt als DVD-Audio-Anbieter feiern kann.
Interessantes Angebot bei Internet-Versender amazon.de: die von MDG herausgegebene Gesamtaufnahme von Georg Friedrich Händels Oratorium »Theodora« wird dort als DVD-Audio derzeit für weniger als 20 Euro angeboten. Der Titel steht sonst für rund 45 Euro in den Preislisten.
Zwei weitere DVD-Audio-Neuerscheinungen bei Naxos: zum 10.02. soll eine Aufnahme der Symphonie Nr. 1 ("A Sea Symphony") des britischen Komponisten Ralph Vaughan Williams erhältlich sein. Gleichzeitig ist eine Aufnahme von Dmitri Schostakowitschs 7. Symphonie angebkündigt. Damit realisiert Naxos nunmehr die Ankündigung von Label-Chef Klaus Heymann, im Jahr 2004 verstärkt auf die neuen Tonträgerformate DVD-Audio und SACD zu setzen.
Neues in Sachen DualDisc: die soeben (siehe Meldung unten) auf zwei Testmärkten in den USA erschienene Kombination aus CD und DVD beinhaltet offenbar nicht unerhebliche technische Einschränkungen. So soll nach einer Meldung der US-Website AudioRevolution die Spieldauer der CD-Seite auf 60 Minuten begrenzt sein, die DVD-Seite bietet offenbar maximal 5 GByte Speicherkapazität (normale DVDs erreichen fast das doppelte). Dies seien angeblich die technologischen Kompromisse, mit denen die allseitige Kompatibilität des Hybrid-Mediums erkauft wurde. Freilich wird der praktische Nutzen der DualDisc dadurch erheblich reduziert. Allerdings beruht der AudioRevolution-Artikel nicht auf offiziellen Statements der DualDisc-Entwickler, könnte sich also auch noch als »Ente« entpuppen.
Recht ruhig war es in letzter Zeit um die DVD-Audio-Aktivitäten des Detmolder Klassik-Labels MDG (Musikproduktion Dabringhaus und Grimm), hatte man im letzten dreiviertel Jahr gerade mal einen neuen Titel herausgebracht.
Einem Beitrag im Internet-Diskussionsforum AudioAsylum ist nun der Hinweis auf eine demnächst erscheinende Produktion im MDG-eigenen 2+2+2-Verfahren zu entnehmen. Auch musikalisch bewegt man sich dabei abseits ausgetretener Pfade und dokumentiert unter dem Titel AquaAngelusVox eine ursprünglich 16-kanalige »RaumKlangInstallation« der Künstler Sabine Schäfer und Joachim Krebs, die diese anläßlich des 900. Geburtstages der Heiligen Hildegard von Bingen geschaffen hatten. Eine kurze Beschreibung dessen, was den Hörer erwartet, findet sich hier.
Nach etlichen Spekulationen in den vergangenen Monaten, werden nun in den USA testweise neu entwickelte DVDs auf den Markt gebracht, deren Rückseite auf CD-Spielern wiederzugeben ist. Dies meldet die Website HighFidelityReview.com. Die unter dem Namen DualDisc angebotenen Produktionen stammen von BMG, EMI, Sony, Universal und Warner; sie sind derzeit in zwei amerikanischen Städten, nämlich Boston und Seattle, erhältlich. Warner betont in seinen Pressemeldungen speziell die Kombinationsmöglichkeit von DVD-Audio und CD auf einer einzigen Disc. Auf dieser Kombination ruhen erhebliche Hoffnungen des DVD-Audio-Lagers, gilt doch die universelle Abspielbarkeit (ob zu Recht, sei dahingestellt) als einer der Gründe für den relativen Markterfolg des konkurrierenden SACD-Formates.
Auf der HighFidelityReview-Website gibt es einen detaillierten Artikel zu den ersten Veröffentlichungen.
Naxos meldet die im vergangenen Monat angekündigte, neue DVD-Audio mit den Klavierkonzerten Nr. 2 und 3 von Sergeij Rachmaninoff auf seiner internationalen Website als lieferbar.
Die Preise für seine beiden bislang erschienenen DVD-Audio-Produktionen hat das Münchener Label FARAO Classics deutlich gesenkt. Bachs Matthäus-Passion in einer von Enoch zu Guttenberg geleiteten Aufnahme kostet nunmehr noch 36 (vorher: 42) €, während die in der Presse als klanglich maßstabsetzend gelobte Produktion von Richard Wagners Walküre nunmehr bereits für 42 (vorher: 56) € zu haben ist. Bestellungen zu den genannten Preisen sind direkt über die Webseite des Labels möglich.
Service-Wüste Deutschland: Die mangelnde Verfügbarkeit des teilweise hochinteressanten japanischen Denon-Klassik-Programms in Deutschland ist auf dieser Seite ja schon mehrfach beklagt worden. Nun taucht auf der Website des Münchner Medien-Kaufhauses onlybeck ausgerechnet der Denon-Sampler "This is DVD-Audio!" auf, über dessen genauen Inhalt sich das »Kaufhaus der Sinne« (Eigenwerbung) bedauerlicherweise ausschweigt. Bei einem Verkaufspreis von sage und schreibe 77 Euro für den (wie übrigens alle anderen bei Beck gelisteten DVD-Audio-Titel auch) unter der Rubrik DVD geführten Titel war die Nennung von Details wohl ohnehin überflüssig. Weitere Denon-DVD-Audios hat man, soweit in einer kurzen Recherche feststellbar, nicht im Programm.
Januar 2004
Unter dem etwas verwirrenden Etikett »Hybrid Digital Audio Disc« (HDAD) hat das amerikanische Label Classic Records mit der schon vor geraumer Zeit angekündigten Herausgabe von DVD-Audios mit Überspielungen analoger Stereo-Aufnahmen begonnen. Die Scheiben sind jeweils doppelseitig, wobei die eine Seite im DVD-Audio-Format mit 24 bit und 192 kHz Abtastrate, die andere hingegen DVD-Video-kompatibel mit 24 bit und 96 kHz Abtastrate bespielt ist. Im Moment sind drei Titel greifbar, zwei davon stammen aus dem Klassik-Katalog des Labels Vanguard, auf den demnächst auch Silverline Records zurückgreifen will. Der dritte Titel ist ein prominentes Pop-Album der 70er Jahre, nämlich I, Robot des legendären Toningenieurs, Produzenten und Musikers Alan Parsons. Alle Aufnahmen werden von Classic Records parallel auch auf Analog-Langspielplatte herausgegeben.
Belebung auf dem Markt für DVD-Audio-Brennprogramme könnte in absehbarer Zeit aus Deutschland kommen. Jens Fangmeier, Autor der bei PC-Anwendern beliebten CD-Audio-Brennsoftware Feurio, deutet in der Versions-History auf der Feurio-Website an, das Shareware-Produkt in Zukunft auch mit DVD-Audio-Brennmöglichkeit ausstatten zu wollen. Hindernis seien dabei die nach seinen Angaben horrenden Lizenzgebühren sowie die ebenfalls erheblichen Kosten für die Formatbeschreibung, ohne die eine Entwicklung unmöglich ist. Man sei aber »am Verhandeln«.
Heimlich, still und leise hat der in Düsseldorf ansässige DVD-Audio-Pionier Tatsuo Nishimura sein Angebot ausgebaut. Neben den auf seiner (leider noch nicht aktualisierten) Webseite genannten, älteren Titeln sind weitere sieben DVD-Audios lieferbar, die Bestellung ist direkt über die auf der Webseite genannte E-Mail-Adresse möglich. Dort ist auch auf Anfrage ein PDF-Dokument mit dem aktuellen, nunmehr 13 Aufnahmen umfassenden Lieferprogramm erhältlich.
Ganz auf hochwertige Übertragung alter Stereo-Analog-Aufnahmen auf DVD-Audio hat sich das US-Label Hi Res Music spezialisiert. Soeben hat man zwei neue Titel veröffentlicht, von denen einer neben der schon obligatorischen 96/24-Fassung auch eine mit 192 kHz abgetastete Überspielung der Originalbänder enthält.Es handelt sich dabei um das Album Scar des amerikanischen Singer/Songwriters Joe Henry. In gleicher Aufmachung ist auch schon eine Aufnahme des Jazz-Quartetts LA4 bei Hi Res Music erschienen.
Der japanische Markt wird für DVD-Audio-Fans immer interessanter: das Label JVC Victor, erst im vergangenen Monat mit etlichen J-Pop-Veröffentlichungen hervorgetreten, kündigt nun für den 10. März eine erkleckliche Anzahl von Jazz-Titeln an. Offenbar werden dabei ältere, hochwertige Stereo-Analogaufnahmen mit einer Abtastrate von 192 kHz digitalisiert. Auf den Aufnahmen sind große Namen der Jazzgeschichte, wie Ella Fitzgerald, Wes Montgomery, Miles Davis oder das Modern Jazz Quartet vertreten. Jazzfreunde außerhalb Japans müssen leider mit ziemlich hohen Kosten rechnen, erfahrungsgemäß kostet eine aus Japan direkt importierte DVD-Audio hierzulande an die 50 Euro.
Der Newsticker des Heise-Verlages bringt in einer Meldung das Thema Hybrid-DVD-Audio wieder aufs Tapet. In der Nachricht vom 24.01.2004 wird die US-Website AudioRevolution.com zitiert, die vor einigen Tagen den Verkaufsstart von doppelseitigen ("Flip"-) Discs in ausgewählten amerikanischen Testmärkten angekündigt hatte. Die Heise-Meldung kommentiert auch kurz die Marktsituation rund um den Konkurrenzkampf SACD vs. DVD-Audio; dabei gibt der Heise-Autor keinem der Systeme eine reelle Chance, solange nicht auch Billigspieler auf breiter Front mit Abspielmöglichkeiten für die neuen Formate ausgestattet würden.
Zur Erinnerung: seit etwa einem Jahr wird immer wieder über die Möglichkeit spekuliert, eine DVD-Audio auch auf CD-Spielern abspielbar zu machen ("Hybrid-Disc"). Einige Beobachter sehen in dieser Möglichkeit den zentralen Grund für den Erfolg der SACD. Versuche der deutschen Firma MDG und des Presswerks Sonopress, die beiden Formate ähnlich der bei SACD gebräuchlichen Technologie auf einer einzigen Plattenseite unterzubringen, waren erfolglos geblieben. Daher konzentrieren sich die Anstrengungen jetzt offenbar mit Erfolg auf die doppelseitige Hybrid-DVD-Audio: bei dieser ist eine Seite in DVD-, die andere in CD-Spielern abspielbar.
Weitere Aktualisierung der DVD-Audio-Website von Universal Music (USA): als »coming soon« wird nun der Police-Sampler »Every Breath You Take« angekündigt, der als Surround-Mix bereits sowohl als SACD als auch als dts-codierte CD im Handel ist. Who-Fans können sich auf eine Surround-DVD-Audio des Klassikers »Tommy« freuen (Veröffentlichung: 6. April), weiterhin werden DVD-Audios von Elvis Costello und John Hiatt angekündigt. Damit hat sich Universal nach seinem späten Einstieg zu einem der aktivsten Anbieter von DVD-Audio gemausert. Man darf weiterhin gespannt sein, wann auch die europäischen Filialen des Konzerns auf diesen Zug aufspringen.
Die im vergangenen Jahr angekündigte, weitere DVD-Audio mit Isao Tomita ist bei Denon/Nippon Columbia in Japan nunmehr lieferbar. Es handelt sich hier offenbar um eine Eigenkomposition Tomitas, der auf der Aufnahme von einem Symphonieorchester begleitet wird.
Für die letzte Januarwoche, genauer gesagt den 26./27.1., meldet Warner Music einmal wieder eine knappe Handvoll neuer DVD-Audio-Titel als lieferbar. Dabei ist der Titel »Greendale« von Neil Young, sowie die bereits für Ende 2003 geplante Aufnahme »Live & Swinging« mit Frank Sinatra, Dean Martin und Sammy Davis, Jr.
Man wagt es kaum noch zu sagen: Derweil verdichten sich Gerüchte, nach denen die von Warner zuletzt auf Anfang Februar vertagte Herausgabe des Live-Albums »Running On Empty« von Jackson Browne schon wieder verschoben wurde. Laut US-Website musictap.net ist hierfür nun der 16. März im Gespräch.
Naxos wird im Februar eine DVD-Audio mit den Klavierkonzerten Nr. 2 und 3 von Sergeij Rachmaninoff herausbringen. Der Titel wird eine Reihe von Aufnahmen einleiten, die parallel auch auf SACD greifbar sind, und den verstärkten Einstieg des Klassik-Labels in den Surround-Musik-Sektor markieren. Beim deutschen Versandhändler jpc wurde übrigens der Preis für DVD-Audios von Naxos kürzlich auf 11,99 € gesenkt.
Universal Music hat in den USA soeben zwei weitere DVD-Audio-Veröffentlichungen angekündigt. Am 23 .März wird die bereits als SACD veröffentlichte Surround-Version des Elton-John-Klassikers »Goodbye Yellow Brick Road« als DVD-Audio zu haben sein, am selben Tag erscheint auch ein Titel von Aaron Neville auf dem hochauflösenden Medium.
Zur Musikmesse NAMM hat der Softwarehersteller Minnetonka Audio eine weitere Variante seines DVD-Audio-Brennprogrammes vorgestellt: Unter der Bezeichnung discWelder BRONZE wird nunmehr eine Basisversion des Programmes zum Preis von gerade einmal 99 US-Dollar angeboten, die Auslieferung soll ab März erfolgen. Aus der etwas knappen Pressemitteilung läßt sich entnehmen, daß das Programm keine Video-Menüs unterstützt; auch sind die Downmix-Parameter auf feste Werte eingestellt. Hingegen werden alle Samplingraten bis einschließlich 192 kHz vom Programm akzeptiert. Mehr Flexibilität bieten die »mittlere« Version discWelder STEEL ($495) und das für professionelle Anwender gedachte discWelder CHROME ($2.495), für letzteres steht demnächst ein Update auf die neue Version 2.0 an. Auf Anfrage bestätigte Minnetonka übrigens, daß eine discWelder-Version für MacOS geplant sei.
In einem überraschenden Schritt hat Universal Music Deutschland bekanntgegeben, daß Chairman und CEO Tim Renner das Unternehmen bereits zum Monatsende verlassen wird. Grund seien unterschiedliche Auffassungen hinsichtlich der Repertoirepolitik bei nationalen Künstlern, hieß es in einer Presseerklärung.
Renner hat bei mehreren Gelegenheiten seine Präferenz für das SACD-System gegenüber der konkurrierenden DVD-Audio zum Ausdruck gebracht wohl einer der Gründe, aus denen die DVD-Audio-Titel der Universal Music Group bis heute in Deutschland nicht veröffentlicht wurden, und für Interessenten daher nur über Direktimporte aus den USA greifbar sind. Man darf gespannt sein, ob sich an dieser (letztlich nicht nachvollziehbaren) Strategie des Medienkonzerns nach Renners Weggang etwas ändern wird.
Wenn es um die schiere Anzahl an DVD-Audio-Veröffentlichungen geht, ist das amerikanische Label Silverline Records führend: rund 200 Titel hat man bislang herausgegeben eine beachtliche Leistung, auch wenn insbesondere die Live-Aufnahmen der Reihe »From the front row« nicht immer auf einhellige Begeisterung stoßen. Nun nimmt man sich auch verstärkt der klassischen Musik an und veröffentlicht noch im ersten Quartal 39 Aufnahmen aus den Archiven der ehemaligen Plattenlabels Vanguard und Omega. Die durchweg analogen Originalaufnahmen stammen aus der Zeit zwischen Mitte der sechziger und Ende der siebziger Jahre, sie werden für die 5.1-Surround-Wiedergabe neu abgemischt.
Silverline wird übrigens in Deutschland seit kurzem von Zomba vertreten, wo man sukzessive das gesamte DVD-Audio-Programm des US-Labels verfügbar machen will.
Weitere, deutliche Impulse erhält das DVD-Audio-Format derzeit in Japan. Nachdem JVC-Victor im Dezember auf einen Schlag 11 DVD-Audio-Titel mit spezieller Ausrichtung auf den japanischen Inlandsmarkt veröffentlicht hatte, bringt nun auch das Label Avex vierzehn Titel auf den Markt. Der größte Anteil entfällt dabei auf J-Pop, aber auch einige Klassik-Alben mit japanischen Künstlern sind dabei. Veröffentlichungsdatum soll für alle Neuheiten der 28. Januar sein, wer sich's leisten mag, kann die Titel bei den einschlägigen japanischen Internet-Versendern auch von Europa aus bestellen.
Das amerikanische Label Chesky Records läßt seinen Ankündigungen Taten folgen und nimmt seine zwischenzeitlich ausgesetzten Veröffentlichungen auf DVD-Audio wieder auf. Für den Anfang versucht man es von der spaßigen Seite und bringt mit »Dr. Chesky's Surround Show« einen wohl nicht in allen Teilen ernst zu nehmenden 5.1-Sampler auf den Markt. Der Titel soll auch in Deutschland noch im Laufe des Monats Januar zu einem relativ günstigen Preis erhältlich sein.
Der Januar bringt traditionell auch einen Messetermin in Europa mit sich: in Cannes versammelt sich die Musikbranche zur Fachmesse Midem, dem internationalen Musikmarkt. WIe schon im Vorjahr, so nutzen auch diesmal die Vertreter der DVD-Audio-Szene dieses Podium zum großen Auftritt. Auf der Midem-Website ist ein Interview abgedruckt, in dem das DVD-Audio Marketing Council in Kurzform die Vorteile der DVD-Audio darstellt. In Cannes will man mit Demos auf dem eigenen Messestand die Möglichkeiten des Mediums vorführen. Neben High-End-Equipment von Meridian soll auch wieder ein mit DVD-Audio-Anlage bestücktes Auto, sowie ein Querschnitt durch das gesamte Produktspektrum zu sehen und hören sein.
PC-Hardware-Hersteller Intel hat unter der Bezeichnung "Intel® High Definition Audio" einen neuen Audio-Standard für PCs vorgestellt. Damit will das Unternehmen den PC zur ernsthaften Konkurrenz heutiger, hochwertiger HiFi- und Videosysteme machen. Die technischen Eckdaten (etwa 192 kHz Abtastrate) ähneln dabei auffällig der DVD-Audio. Nach einer Pressemitteilung soll High Definition Audio bereits im neuen "Grantsdale"-PC-Chipsatz implementiert werden, der noch im ersten Halbjahr 2004 auf den Markt kommen soll.
Das Stuttgarter Klassik-Label Tacet gibt auf seiner Website einen Einblick in seine DVD-Audio-Veröffentlichungspläne für 2004. Konkret auszumachen sind folgende Titel: eine Aufnahme des Klavierquintetts von Wilhelm Furtwängler, erste (oder gar alle?) Folgen eines Beethoven-Streichquartettzyklus mit dem Auryn-Quartett, eine Produktion namens »Peter und der Karneval« im Tacet-eigenen Moving Real Surround Sound, sowie eine Surround-Inszenierung der »Bilder einer Ausstellung«.
Die Fachmesse CES war zum Jahresanfang erste Gelegenheit für die Industrie, in den USA ihre neuen Produkte für das Jahr 2004 vorzustellen. Im DVD-Audio-Sektor gab es aus diesem Anlaß etliche neue Abspielgeräte zu vermelden: