DVD-Audio-News: Archiv
bis Dezember 2002
chronologisch
absteigend, letzte Meldungen zuerst
Dezember 2002
- Fortschritt bei den DVD-Kombiplayern: Pioneer hat den DV-757Ai vorgestellt,
der nicht nur DVD-Audio und SACD wiedergeben kann, sondern erstmalig auch
eine Schnittstelle zur digitalen Ausgabe des Audiosignals der neuen
Tonträgers besitzt. Über das unter den Namen FireWire und
i.Link bekannte IEEE-1394-Interface können also künftig Receiver
und D/A-Wandler Surround-Futter direkt von der digitalen Quelle beziehen.
Der neue Spieler ist übrigens etwas billiger als sein Vorgänger
DV-747.
- Die soeben veröffentlichte DVD-Audio mit Werken für Klavier und
Orchester von Robert Schumann (bei Dabringhaus & Grimm) wartet mit
einer technischen Überraschung auf: Besitzer von DVD-Video- Spielern
waren bisher auf den Surround-Ton im Dolby-Digital-Verfahren angewiesen, der
zwar eine brauchbare, aber keineswegs überragende Klangqualität
aufweist. Das rührige Detmolder Label nutzt nunmehr eine wenig bekannte
Möglichkeit der DVD-Video-Spezifikation, um über die DVD-Video-Spur
ein sechskanaliges, unkomprimiertes Audio-Signal zu transportieren.
Dieses kann von allen DVD-Video-Spielern wiedergegeben werden. Einzige
Voraussetzung ist das Vorhandensein von sechs analogen Audio-Ausgängen
am Spieler, was freilich inzwischen schon von billiger Kaufhausware in der
100-Euro-Klasse erfüllt wird. Das so aufgezeichnete Tonsignal ist reinrassiges,
lineares PCM mit 48 kHz Abtastrate und 20 bit Auflösung. Somit wird dem
Hörer, der diese DVD-Audio abspielt, unabhängig vom verwendeten
Spieler beste Tonqualität geboten. Eigentlich erstaunlich, daß
dies erst jetzt genutzt wird.
- Verstärkung bekommt im neuen Jahr das 2+2+2-Lager. Das von MDG
entwickelte Verfahren, bei dem die Center- und LFE-Kanäle zu einem weiteren
Frontkanal-Paar ("vorne oben links/rechts") umfunktioniert werden, wird auch
vom Schweizer Label Divox
für seine Neuproduktionen eingesetzt. Ein erster Titel soll bereits Ende
Januar 2003 erscheinen - er enthält ein Werk von Salvatore Sciarrino,
das speziell auf die Möglichkeiten der Mehrkanal-Aufnahme hin komponiert
wurde, und zudem mit 104 Saxophonen recht ungewöhnlich besetzt ist. Mit
den weiteren geplanten Produktionen wandelt Divox auf konventionelleren Pfaden
von Klassik und Jazz, Termine gibt es aber noch keine.
- Die Detmolder Musikproduktion Dabringhaus und Grimm (http://www.mdg.de) bringt
eine weitere DVD-Audio heraus: sie enthält Werke für Klavier und
Orchester von Robert Schumann, darunter sein berühmtes Klavierkonzert
a-Moll. Interpret ist Christian Zacharias, der auch das Orchester dieser Aufnahme,
das Orchestre de Chambre de Lausanne leitet. Derzeit sind die DVD-Audios aus
Detmold im Rahmen von Sonderpreis-Aktionen zum Teil unter 20 € zu haben.
- Auch Andreas Spreer kann für sein Label Tacet
DVD-Audio-Nachwuchs vermelden. Das Gaede-Trio spielt mit dem österreichischen
Pianisten Markus Schirmer die Klavierquartette von Mozart. Unter anderem
für seine Pionierarbeit in Sachen DVD-Audio erhielt der Stuttgarter Tonmeister
am 1. Dezember den Ehrenpreis der Deutschen Schallplattenkritik.
- Etwas durcheinandergeraten ist dem Internet-Versender amazon.de sein
Rubrikverzeichnis DVD-Audio/Pop. Dort tauchen derzeit massenhaft Titel des
Labels Disky auf. Diese Hit-Kompilationen sind allerdings ausnahmslos
DVD-Video-Titel. Amazon hat es trotz entsprechender Zusage bisher nicht geschafft,
die fehlerhaften Einträge wieder aus der DVD-Audio-Liste zu entfernen.
- Die Universal Music Group hat ihre Drohung wahr gemacht und bringt
in diesen Tagen die ersten SACDs auf den Markt. Aus Branchenkreisen war in
der Vergangenheit immer wieder zu hören, daß dem Medienkonzern
die Lizenzbedingungen für den Kopierschutz der DVD-Audio nicht zusagten.
Aus diesem Grunde stand für die UMG seit der Funkausstellung 2001 der
Umstieg aus dem DVD-Audio-Lager zum Philips-/Sony-System SACD zur Diskussion.
- Das Jahr 2003 läßt einige interessante DVD-Audio-Neuzugänge
erwarten. Dem Vernehmen nach werden darunter auch Aufnahmen des einstigen
Bürgerschrecks Frank Zappa (1940-1993) sein. Zappa hat wohl in
den 70er Jahren Quadrophonie-Mixes vieler seiner Alben erstellt, die zum Teil
sogar in diskreter Quadrophonie als Analog-LP (CD-4-Verfahren) veröffentlicht
wurden. Für die Surround-Abmischungen wurde Zappas eigenes Studio reaktiviert
und 5.1-tauglich gemacht. Herausgeber der FZ-Titel wird DTS sein.
Weniger avantgardistisch läßt es EMI angehen: aus dem Katalog
der US-Tochter Capitol suchte man das Beach-Boys-Album "Pet
Sounds" für eine DVD-Audio-Fassung aus. Diese wird, wie auch
"Nick of Time" von Bonnie Raitt, für den 25. Februar
avisiert.
November 2002
- Rosige Aussichten für die DVD-Audio prognostiziert eine Konferenz,
die das DVD-Forum kürzlich
in Japan veranstaltete. Für 2004 sieht man einen Anteil der DVD-Audio-Player
von 50% am gesamten DVD-Markt, die Zahl verfügbarer Software-Titel soll
von derzeit angeblich 780 (???) auf 3400 im übernächsten Jahr ansteigen.
Auch wenn diese Zahlen mit Skepsis zu betrachten sind (ein erheblicher Anteil
an DVD-Spielern wird derzeit über Lebensmittelketten und andere, an sich
branchenfremde Kanäle verkauft), kann man diesen Optimismus nur begrüßen.
- In aller Stille hat das Detmolder Klassik-Label Dabringhaus und Grimm
sein DVD-Audio-Portfolio um zwei Titel erweitert. Mit dem ersten kommen Freunde
des musikalischen Impressionismus auf ihre Kosten, enthält er doch die
Highlights dieser Stilrichtung: Debussys "Prélude à l'après-midi
d'un faune" und Ravels "La Valse". Die zweite DVD-Audio enthält
Beethovens "Missa Solemnis". Interpretiert werden die Werke auf beiden
DVDs vom Orchester der Beethovenhalle Bonn unter der Stabführung von
Marc Soustrot.
- Einen der Meilensteine des Psychedelic Rock, das legendäre Album Dark
Side of the Moon der britischen Formation Pink Floyd plant die
EMI für März 2003 als DVD-Audio zu veröffentlichen.
Bereits in den 70ern als Quadrophonie-LP erschienen, darf man auf die Surround-DVD-Fassung
des Titels, der für nicht weniger als 14 Jahre in den US-Charts verzeichnet
war, sehr gespannt sein. Für Aufsehen sorgte zwischenzeitlich die Meldung,
der ursprüngliche Tonmeister von "Dark Side of the Moon", Alan Parsons,
sei an dem Remix nicht beteiligt. Dem Vernehmen nach ist Parsons darüber
"not amused".
- Auch bei der BMG-Tochter RCA erinnert man sich seiner bewährten
Kassenfüller, und steuert eine Hit-Kompilation von Elvis Presley
zum erhofften Weihnachtsgeschäft bei. Die Scheibe "30 No.1 Hits"
soll (auch in Deutschland) ab 10. Dezember 2002 lieferbar sein. Ein englischsprachiger
Bericht über den Titel, der den Einstieg der BMG-Gruppe in den DVD-Audio-Sektor
bedeutet, findet sich
hier und auf der offiziellen Elvis-Website.
Zumindest einige der Tracks wurden wohl im 5.1-Format neu abgemischt.
- Die Gesamtaufnahme der Walküre von Richard Wagner auf
Farao Classics ist inzwischen ausgeliefert. Der Verkaufspreis der 3-DVD-Box
beträgt außerhalb der Subskription nunmehr knapp über 50 €.
Auf einem der Lieferung beigelegten Prospektblatt verkündet das Münchener
Label auch gleich das nächste geplante DVD-Audio-Projekt: eine Aufnahme
von Bachs Matthäus-Passion unter Leitung von Enoch zu Guttenberg, die
im Februar 2003 erscheinen soll.
- Naxos hat eine vierte
DVD-Audio auf den Markt gebracht. Sie enthält eine Rekonstruktion
der dritten Symphonie von Edward Elgar. Das DVD-Audio-Programm von Naxos ist
damit fest in britischen Händen :-) ...
Oktober 2002
- Mit dem Album "In den Wahnsinn" von Altrocker Marius Müller-Westernhagen
steht beim Warner-Label HCL erstmals eine nennenswerte DVD-Audio im Programm,
die wohl nur für den deutschsprachigen Markt konzipiert wurde. Auf der
Webseite des Unternehmens
sucht man vergebens nach Infos zu dieser und anderen DVD-Audio-Neuerscheinungen.
Amazon.de meldet den 4. November als Releasedatum.
- Eine Lösung zur Wiedergabe von DVD-Audio auf dem PC hat Creative
Labs vorgestellt. Die seit Oktober verfügbaren Karten Soundblaster
Audigy 2 und Audigy 2 Platinum bieten die Wiedergabe von DVD-Audio
in allen Abtastraten bis 192 kHz, Unterstützung für Dolby Digital
EX (6.1 Kanäle), MP3 und eine eingebaute iLink/FireWire-Schnittstelle.
Die Platinum-Version wird mit Fernbedienung und einem Anschlußfeld geliefert,
das in einen freien Laufwerksschacht an der Frontseite des PCs montiert wird,
die Normalversion stellt alle Anschlüsse (bis auf FireWire) an PC-üblichen,
aber hier nicht ganz standesgemäßen 3,5-mm-Klinkenbuchsen bereit.
Der A/D-Wandlerteil der Karten bietet 24 bit mit maximal 96 kHz Abtastrate.
Manko der Karten, die mit allen neueren DVD-Laufwerken zusammenarbeiten sollen,
ist das Fehlen eines DTS-Decoders, der bei allen DVD-Audio-Spielern bislang
zur Standardausrüstung gehörte. Auch sollte der verwendete PC nicht
allzu schwach auf der Brust sein. Eine Kontrolle der Systembelastung unter
Windows XP zeigt, daß beim Abspielen einer DVD-Audio die CPU hart arbeiten
muß.
- Noch einen neuen DVD-Audio-Anbieter meldet die Zeitschrift "stereoplay"
in ihrer Ausgabe 10/2002: unter dem Titel "Fireworks of Classics"
offeriert die nahe München ansässige Firma LCS eine Aufnahme
mit der Tschechischen Kammerphilharmonie. Das bunt gemischte Programm reicht
von Bach bis Rimskij-Korsakoff, den Taktstock bei der Produktion schwang Firmenchef
Klaus Linkel. Für die Technik zeichnet kein Geringerer als Tatsuo
Nishimura verantwortlich.
September 2002
- Für den Herbst stehen bei Warner ein sogenannter Relaunch
des vorhandenen DVD-Audio-Katalogs, sowie etliche Neuveröffentlichungen
auf DVD-Audio ins Haus. Wiederum sind dabei leider (oder gottseidank?) kaum
aktuelle Produktionen, bedauerlicherweise wird der Klassiksektor bei den Neuheiten
gänzlich ausgespart. Letzteres mag damit zu tun haben, daß der
Klassik-Abteilung des Konzerns die Künstler derzeit in Scharen davonlaufen.
Laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung haben Concerto Köln,
Nikolaus Harnoncourt sowie Andreas Staier, drei Aushängeschilder des
Warner-Labels Teldec, ihre Tätigkeit für Warner beendet.
Fortgesetzt wird hingegen die chaotische Veröffentlichungspolitik des
Medienkonzerns: Welche Titel wann in Europa und wann in den USA erhältlich
sein werden, ist nicht wirklich klar.
- Die EMI legt auf ihrem Harvest-Label wenigstens einen neuen Titel
nach: das Concerto for Group and Orchestra der Rock-Legenden Deep
Purple. Die Live-Aufnahme der De Lane Lea Studios von 1969, die klanglich
nicht gerade zu den Highlights der Schallplattengeschichte zählt, ist
sicherlich nach dem Stand der heutigen Technik bestmöglich aufbereitet.
Richtiger Raumklang kann sich bei der knochentrockenen Akustik der damals
vollbesetzen Royal Albert Hall aber nicht einstellen. Wieder eine EMI-DVD-Audio
mit ärgerlichen Pannen: Besitzer des Auto-DVD-Audio-Players DVR909U
von Panasonic (in der US-Version) seien gewarnt, daß diese DVD-Audio
in genanntem Spieler nicht abgespielt werden kann. Ursache ist ein
dem Audio-Teil vorangestellter, völlig unnötiger Vorspann, der als
PAL-Video konzipiert ist. Bei diesem verweigert das Autogerät die Wiedergabe,
da es nur den in Nordamerika gebräuchlichen TV-Standard NTSC akzeptiert.
Man darf annehmen, daß diese Schwierigkeit auf etliche DVD-Audio-Geräte
zutrifft, die für den US-Markt konzipiert sind. Regionalcode durch die
Hintertür ?
Wie dem auch sei: Der Titel ist, ähnlich wie das Bryan-Ferry-Album Frantic,
zeitgleich auf DVD-Audio, DVD-Video, SACD, LP und Doppel-CD erschienen. Dem
Trend zu DVD-Audio-Preisen unter 20 Euro wollte man sich bei der EMI nicht
anschließen, immerhin entschädigt die lange Spielzeit von knapp
zwei Stunden.
- Ein Neuzugang unter den DVD-Audio-Anbietern ist das Münchener
Label FARAO classics.
Aus einer Anzahl von Mitschnitten der "Walküre" von Richard
Wagner anlässlich der Opernfestspiele 2002 an der Bayerischen Staatsoper
entstand nicht mehr und nicht weniger als die erste Opern-Gesamtaufnahme auf
dem neuen Tonträger (Händels "Theodora", in einer phantastischen
Aufnahme bei MD+G erschienen, zählt wohl doch eher ins Oratorienfach).
Erfreulich: CD und DVD-Audio werden zum gleichen, angesichts des Aufwandes
bei einer solchen Produktion sehr fairen Preis angeboten, derzeit läuft
die Subskription. Mit dem Erscheinen des Titels ist im November zu rechnen.
Hoffentlich bleibt diese DVD-Audio kein "Einzelkind"!
Juli 2002
- Allmählich finden sich auch in Europa mehr DVD-Audio/SACD-Kombiplayer
auf dem Markt. Neben dem schon länger lieferbaren High-End-Gerät
Pioneer DV-747A wird nun
auch eine Variante des Apex
AD-7701 hierzulande angeboten. Der in den USA zum Kampfpreis von rund 280
Dollar verkaufte Spieler soll in Deutschland (hier heißt er AV-Ultra
GK 7701) knapp unter 1000 € (UVP) kosten, was ihn - trotz positiver Tests,
etwa in der bekannten HiFi-Fachzeitschrift ComputerBild - nicht unbedingt
als das Schnäppchen erscheinen läßt, das er eigentlich sein
sollte. Zudem droht dem No-Name-Produkt Konkurrenz in Gestalt des Pioneer
DV-656A, für den sich bereits ein Straßenpreis unter 450 €
abzeichnet. Eher auf den anspruchsvollen Kunden zielt Onkyo mit dem
DV-SP800. Das Gerät verfügt über umfassende Audio- und
Video-Anschlußmöglichkeiten sowie eine THX-Zertifizierung, kostet
aber dafür auch fast 2000 Euro. Grundsätzlich ist der Kauf eines
solchen Kombiplayers (gleich welcher Preisklasse) solange ratsam, wie sich
keines der konkurrierenden Mehrkanal-Audio-Verfahren durchgesetzt hat.
Juni 2002
- Mitte Juni hat die Warner Music Group ihre Preise für DVD-Audio-Titel
in den USA um rund ein Viertel gesenkt. Inzwischen ist die Preissenkung bis
nach Europa durchgedrungen - einige große Versender haben DVD-Audios
von Warner auf knapp unter 20 € runtergesetzt. Damit sind diese
Aufnahmen in der selben Preisregion angesiedelt wie hochpreisige CDs. Man
darf gespannt sein, ob und wann sich die anderen Anbieter diesem Schritt anschließen.
- DVD-Audio selber machen: mit dem Programm "Disc-Welder Steel"
von Minnetonka Audio
Software soll das auch dem ambitionierten Amateur möglich sein. Für
vergleichsweise günstige 495 US-Dollar bietet das Programm allerdings
einen sehr geringen Funktionsumfang, der schon das vier Mal so teure Vorgängerprodukt
"A-Plus" negativ auszeichnet. Speziell fehlen Möglichkeiten
zum Abhören der zusammengestellten Aufnahme vor dem Brennen, nahtlose
Wiedergabe von aufeinanderfolgenden Tracks (für Live-Mitschnitte und
Klassik ein Muß!), und die MLP-Codierung. Dennoch ein erster Schritt
in die richtige Richtung. Wer mehr Geld ausgeben will, greift zu Disc-Welder
Chrome, das das bisherige Brennprogramm A-Plus ersetzt und einen etwas größeren
Funktionsumfang anbietet.
April 2002
- Seit 15.4.2002 ist bei Virgin
Schallplatten (Vertrieb: EMI) die wohl erste Aufnahme überhaupt (Bryan
Ferry: Frantic) erhältlich, die als CD, Analog-LP, SACD und DVD-Audio
vorliegt.
- Engagement für DVD-Audio: amazon.de
hat eine eigene Kategorie für den neuen Tonträger eingerichtet,
so daß man sich schnell über das (ausbaufähige) Lieferprogramm
des Internet-Versenders informieren kann.
März 2002
- Der Schlingerkurs der Universal Music Group in Sachen DVD-Audio geht
weiter. Waren Anfang des Jahres Hoffnungen auf eine baldige Freigabe der längst
fertiggestellten Deutsche-Grammophon-Titel auf DVD-Audio geweckt worden, so
zitiert die Neue
Musik-Zeitung (NMZ) in ihrer März-Ausgabe den Universal-Classics-Chef
Christian Kellersmann mit den Worten: "Die reine Audio-DVD spielt derzeit
noch keine Rolle bei unseren Repertoireüberlegungen."
- Endlich greifbar ist die DVD-Audio-Version von "A Night at the Opera"
(dts). Nachdem im Vorfeld zum Teil negative Äußerungen über
die klangliche Qualität der Aufnahme kursierten, kann man die Neuabmischung
des Queen-Albums von 1975 als durchaus gelungen, wenn auch etwas basslastig,
betrachten. Bei dem mir vorliegenden Exemplar konnte ich allerdings Probleme
mit der Menüführung beim DVD-Video-Part feststellen - zudem fehlt,
wie bei dts nicht anders zu erwarten, eine Surround-Fassung im AC3-Format
des Konkurrenten Dolby. Besitzer eines DVD-Audio-Spielers stört dies
freilich nicht. Zwischenzeitlich ist "A Night At The Opera" auch
von EMI, dem für Europa zuständigen Vertragslabel für Queen,
als DVD-Audio angekündigt. Ob die Europa- und USA-Versionen sich unterscheiden,
wird sich zeigen müssen.
Herbst 2001
- Seit der IFA 2001 ist das DVD-Audio-Startpaket der deutschen EMI-Dependance
Electrola lieferbar - es umfaßt neben Neuproduktionen überwiegend
alte Quadro-Aufnahmen aus den 70er-Jahren. Leider ist das Veröffentlichungs-Format
der EMI-Scheiben sehr merkwürdig: eine doppelseitige DVD mit dem DVD-Video-Teil
auf Seite 1 (!), Seite 2 (die eigentliche DVD-Audio) beginnt mit der Stereo-Fassung,
wer Surround hören will, muß jedesmal manuell (mit der Group-Taste
des Spielers) auf Gruppe 2 umschalten. Technics- und Panasonic-Spieler erfreuen
zudem mit der Fehlermeldung "Cannot down-mix", spielen die Platte aber immerhin
trotzdem ab. In den USA ist seit Jahresanfang ein Paket mit einigen Pop-Titeln
lieferbar, das für den europäischen Markt allerdings wenig Interessantes
bietet.
- Einen klassischen Fall von Etikettenschwindel, im wahrsten Wortsinn,
erleben Käufer der DVD-Titel des italienischen Labels "Rhona Classics".
Obwohl auf Booklet und Inlaycard insgesamt 3 mal das DVD-Audio-Logo erscheint,
handelt es sich, zumindest bei der mir vorliegenden Aufnahme mit Bachs Klavier-Partiten
(VRC 20001) um eine DVD-Video, bei der die Tonspur mit dem Dolby-AC3-System
aufgezeichnet wurde. Der für DVD-Audio- Daten reservierte Teil der DVD
ist, wie jeder PC-Besitzer mit DVD-Laufwerk leicht nachprüfen kann, leer
! Daher sind die Rhona-Titel in meiner Übersicht nicht mehr enthalten.
- Einen Artikel zum Thema DVD-Audio findet man im Heise-Newsticker.
In der c't-Ausgabe 18/2001
ist zum Thema SACD vs. DVD-Audio ein leider etwas dürftiger Artikel erschienen.
- Die Web-Site von Tatsuo
Nishimura und seinem Label nishimura-music ist jetzt online. Neben einer
Vorstellung der lieferbaren DVDs gibt es auch ein (nicht mehr ganz aktuelles)
Interview aus der Zeitschrift "Audio Professional" und Informationen
zur Aufnahmetechnik.
- Das Budget-Label Naxos hat
seine dritte DVD-Audio herausgebracht. Damit sind die zur IFA 2001 vorgestellten
Titel allesamt ausgeliefert. Ob man nunmehr langsam dem ursprünglich
geplanten Veröffentlichungstakt von einer DVD-Audio pro Monat nahekommt,
steht allerdings weiterhin in den Sternen.
Nunmehr gibt es unter http://www.naxos.de/html/naxos_dvd_a.htm
auch eine Übersichtsseite des Labels, auf der die lieferbaren Titel zusammengefaßt
sind.